Typenprüfung vs. Zertifizierung

Typenprüfung vs. Zertifizierung

Kennen Sie den Unterschied zwischen Typprüfung und Produktzertifizierung? Dieser Leitfaden soll die Unterschiede verdeutlichen, da Verwirrung auf dem Markt zu Fehlentscheidungen führen kann.
Kabel können komplex aufgebaut sein und aus mehreren Schichten metallischer und nichtmetallischer Materialien bestehen. Die Dicke und die Herstellungsverfahren variieren je nach Kabelfunktion und Anwendungsanforderungen.
Die in Kabelschichten verwendeten Materialien, d. h. Isolierung, Bettung, Mantel, Füllstoffe, Bänder, Schirme, Beschichtungen usw., besitzen einzigartige Eigenschaften, die durch gut kontrollierte Herstellungsverfahren konstant erreicht werden müssen.
Die Bestätigung der Eignung des Kabels für die geforderte Anwendung und Leistung erfolgt routinemäßig durch den Hersteller und den Endanwender, kann aber auch von unabhängigen Organisationen durch Tests und Zertifizierungen durchgeführt werden.

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Fremdtests oder einmalige Tests

Es ist zu beachten, dass der Begriff „Kabelprüfung“ sowohl eine vollständige Typprüfung gemäß einer bestimmten Norm für einen Kabeltyp (z. B. BS 5467, BS 6724 usw.) als auch eine spezifische Prüfung für einen bestimmten Kabeltyp (z. B. Halogengehaltsprüfung nach IEC 60754-1 oder Rauchemissionsprüfung nach IEC 61034-2 usw. bei LSZH-Kabeln) umfassen kann. Wichtige Punkte bei einmaligen Prüfungen durch Dritte sind:

Die Typprüfung von Kabeln wird nur an einer Kabelgröße/einem Muster einer bestimmten Kabelart/Konstruktion oder Spannungsklasse durchgeführt.
Der Kabelhersteller bereitet die Probe im Werk vor, testet sie intern und sendet sie dann zur Prüfung an ein externes Labor.
• Es findet keine Beteiligung Dritter an der Auswahl der Proben statt, was den Verdacht nahelegt, dass nur gute oder „Goldene Proben“ getestet werden.
• Nach bestandener Prüfung werden Prüfberichte von Drittanbietern ausgestellt.
Der Typprüfbericht bezieht sich ausschließlich auf die geprüften Proben. Er kann nicht verwendet werden, um zu behaupten, dass nicht geprüfte Proben der Norm entsprechen oder die Spezifikationsanforderungen erfüllen.
• Solche Tests werden im Allgemeinen nicht innerhalb eines Zeitraums von 5 bis 10 Jahren wiederholt, es sei denn, sie werden von Kunden oder Behörden/Versorgungsunternehmen angefordert.
Daher stellt die Typprüfung nur eine Momentaufnahme dar, ohne kontinuierliche Bewertung der Kabelqualität oder von Änderungen im Herstellungsprozess oder bei den Rohmaterialien durch routinemäßige Prüfungen und/oder Produktionsüberwachung.

Zertifizierung von Kabeln durch Dritte

Die Zertifizierung geht der Typprüfung einen Schritt voraus und umfasst Audits von Kabelherstellungsbetrieben sowie in einigen Fällen jährliche Kabelstichprobenprüfungen.
Wichtige Punkte, die bei der Zertifizierung durch Dritte zu beachten sind:

• Die Zertifizierung gilt immer für eine Kabelproduktreihe (umfasst alle Kabelgrößen/-adern).
• Dazu gehören Werksaudits und in einigen Fällen jährliche Kabeltests.
• Die Gültigkeit des Zertifikats beträgt in der Regel 3 Jahre, es wird jedoch bei regelmäßigen Audits und Tests, die die fortlaufende Konformität bestätigen, neu ausgestellt.
Der Vorteil gegenüber Typprüfungen liegt in der kontinuierlichen Überwachung der Produktion durch Audits und in einigen Fällen auch durch Tests.


Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2023
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